Sucht ist eine krankhafte Abhängigkeit nach einem bestimmten Erlebnisszustand.

 

Wie fängt eine Sucht an?

Es gibt in der Forschung ein allgemeines Konzept, das die Suchtentwicklung beschreibt und auf praktisch jede Substanz zutrifft. Das Modell besteht aus einem Zyklus mit vier Stadien. Schauen wir uns zum Beispiel Alkohol an:
Es beginnt mit dem Trinken (Drogennutzung). Manche Menschen bleiben ihr Leben lang in diesem Stadium. Sie trinken manchmal etwas, können aber auch problemlos über längere Zeit darauf verzichten. Warum das so ist, besprechen wir hier.
Andere merken vielleicht, dass sie zu oft zu viel trinken und beschließen, erst mal eine Pause zu machen (Abstinenz). Dann kommt das Verlangen: „Ein Glas ab und zu kann doch nicht schaden, oder?“ Also beginnen sie wieder, Alkohol zu konsumieren (Rückfall). Diesmal trinken sie vielleicht mehr oder öfter als vorher – auch wenn sie es gar nicht wollen. Aufgeschreckt von dieser Erkenntnis beginnen sie die nächste Runde mit Abstinenz, Verlangen und Rückfall. So geht es immer weiter. Die Sucht vertieft sich mit jedem Zyklus, indem sie Prozesse im Gehirn verändert. So werden etwa neue Andockstellen für Botenstoffe gebildet oder die Botenstoffe selbst mehr oder weniger ausgeschüttet. Zudem bilden sich neue Verbindungen zwischen Nervenzellen, andere verkümmern.
Wie intensiv die verschiedenen Stadien sind und wie schnell eine Phase auf die nächste folgt, kommt auf die Substanz an.

Je öfter jemand den gesamten Zyklus durchläuft, desto zwanghafter wird die Motivation für den Drogenkonsum. Während der ersten Durchgänge des Zyklus geht es meistens noch um die angenehmen Effekte wie den Spaß bei einer Party, die Entspannung oder auch eine – kurzfristig – gesteigerte Leistungsfähigkeit. Das wird als impulsives Stadium bezeichnet, da die Betroffenen aus dem Impuls heraus die Droge nehmen.
„Aus der anfänglichen Belohnung wird allerdings irgendwann ein Zwang“, erklärt Dr. Mathias Luderer, Leiter der Suchtmedizin am Universitätsklinikum der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. „Man nimmt die Substanz nicht mehr ein, weil es Spaß macht, sondern weil es nicht mehr anders geht.“ Nun beginnt das zwanghafte – oder auch kompulsive – Stadium: Man braucht die Droge, um die Entzugssymptome wie etwa Zittern oder Schlafstörungen abzuwenden und das starke Verlangen zu lindern. Zudem haben Patientinnen und Patienten zu diesem Zeitpunkt immer weniger Kontrolle über ihren Konsum.

 

Symptome einer Sucht:Wenn 3 davon zutreffen, dann ist man laut der WHO süchtig.

  1. ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, Substanzen oder Alkohol zu konsumieren.
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Substanz- oder Alkoholkonsums.
  3. Substanzgebrauch mit dem Ziel, Entzugssymptome zu mildern.
  4. Ein körperliches Entzugssyndrom.
  5. Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrige Dosen erreichten Wirkungen der Substanz hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich.
  6. Ein eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol oder der Substanz, wie zum Beispiel die Tendenz, Alkohol an Werktagen wie an Wochenenden zu trinken und die Regeln eines gesellschaftlich üblichen Trinkens außer Acht zu lassen.
  7. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums.
  8. Anhaltender Substanz- oder Alkoholkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen. Diese können körperlicher, sozialer oder psychischer Art sein.

Welche Süchte gibt es?

Computerspielsucht, Medikamentensucht, Sexsucht, Alkoholsucht, Magersucht, Sportsucht, Drogensucht, Internesucht und Nikotinsucht.